Newsletter Sommer 2012

PBZ schützt sich vor kritischen Mitgliedern



Veröffentlicht am: 26.07.2012


Die Mitglieder der Pestalozzigesellschaft (PBZ), welche die Pestalozzi Bibliotheken betreibt, haben Anfang Juli beschlossen, die Hürden für die Einberufung einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung massiv zu erhöhen.

Der PBZ-Vorstand beantragte, dass neu 10% der Mitglieder eine solche Versammlung verlangen müssten. Das wären bei ca. 46‘000 Mitgliedern gegen 5000 Unterschriften. Bis anhin waren nur 30 Unterschriften nötig. Vorstandsmitglied Ueli Nagel schlug vor, diese Zahl auf 300 anzuheben. Die Versammlung einigte sich schliesslich auf einen Kompromissvorschlag, mit einer Erhöhung auf «nur» 5% – stolze 2300 Unterschriften. Zum Vergleich: Für eine städtische Initiative sind 3'000 Unterschriften nötig, nur ein paar hundert mehr.Die Erhöhung ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund vergangener Auseinandersetzungen zu sehen. Vor viereinhalb Jahren war die Umsetzung eines Masterplans, der die Schliessung vieler Quartierbibliotheken vorsah, nach Protesten und einer turbulenten, ausserordentlichen PBZ-Versammlung zurückgezogen worden. Die Aufhebung der Filialen Enge und Heuried hatte das Fass zum Überlaufen gebracht.

Dank engagierten QuartierbewohnerInnen entstand die inzwischen erfolgreich betriebene Schul- und Kinderbibliothek Heuried. Die PBZ hat von den Fehlern gelernt und inzwischen auch die Bibliothek im Gemeinschaftszentrum Riesbach renoviert. Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass für den Betrieb im GZ Buchegg eine Neuausrichtung geplant ist. Womöglich wollte die PBZ einem ähnlichen Konflikt vorbeugen. 

Unbestritten ist, dass eine Institution wie die PBZ, die Millionensubventionen erhält, handlungsfähig bleiben muss. Sie ist aber auch ihren Mitgliedern und nicht zuletzt den Steuerzahlern zu Transparenz verpflichtet. So mutet es bedenklich an, dass KritikerInnen von der abtretenden Vizepräsidentin Romana Leuzinger als «Querulanten» beschimpft wurden. Es zeigt, dass die Kritik aus den Quartieren am ehemaligen Masterplan noch immer nicht verwunden ist. Der traditionsreichen Bildungsinstitution wäre etwas mehr Souveränität im Umgang mit Kritik zu wünschen.


Der Hauptsitz der Pestalozzigesellschaft an der Zähringerstrasse wurde 2007 renoviert.

Text: Pete Mijnssen; Foto: zVg/Theodor Stalder



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Entscheidende Phase an der Birmensdorferstrasse



Veröffentlicht am: 26.07.2012


Nach der Eröffnung der Westumfahrung, dem Umbau der Schmiede Wiedikon und der Verkehrsberuhigung ab Triemli, wird das letzte Teilstück in Angriff genommen. Mit Kanalisationsarbeiten im August beginnen die Vorarbeiten. 


Für den Abschnitt der Birmensdorferstrasse zwischen Aemtlerstrasse und Triemli plant die Stadt eine Reduktion auf zwei Fahrspuren für Autos und neue Spuren für Velos und Busse. Die Stadt selbst begründet die Massnahmen mit dem kleineren Verkehrsaufkommen auf der Birmensdorderstrasse als Folge der flankierenden Massnahmen. In autofreundlichen Kreisen des Quartiers hatten die Pläne der Stadt für einigen Unmut gesorgt. Dennoch blieb die befürchtete Welle von Einsprachen aus. Gemäss Projektleiter Tobias Klapproth ging nur eine kleine Zahl von ihnen ein, die sich allesamt auf Kleinigkeiten bezogen: «Wir konnten uns mit allen einigen». Verschiedenste Abstimmungen, jüngst etwa die Städteinitiative, haben gezeigt, dass eine Mehrheit der Zürcherinnen und Zürcher Aufwertungen für den Veloverkehr und den öV begrüssen. 

Das Projekt steht nun in der Genehmigungsphase. Der Stadtrat wird voraussichtlich im Spätsommer über die Finanzierung entscheiden, danach der Gemeinderat. Velofahrende müssen sich trotzdem noch ein wenig gedulden: Da ab dem 20. August 2012 zuerst die Kanalisation saniert wird, ist mit einem Baubeginn der Arbeiten an den Geleisen und der Strasse erst im Frühling 2014 zu rechnen. Ende 2015 wird der Umbau fertiggestellt sein. 

An der Birmensdorferstrasse gibt es mehr Platz für den öffentlichen Verkehr und das Velo. Auch hier am Goldbrunnenplatz.

Text: Ivo Mijnssen; Foto: Jessica Mijnssen



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Weniger Familien an der Weststrasse



Veröffentlicht am: 26.07.2012


Die Umbauarbeiten an der Weststrasse sind abgeschlossen, die Anwohner haben nun deutlich weniger Verkehr und Lärm vor ihrer Haustür. Ende Mai lud die Stadt zum Eröffnungsfest. Das Quartiernetz3 sprach dort auch die Schattenseiten der Sanierung an. 


Die grüne Stadträtin Ruth Genner würdigte in ihrer Rede die Entlastung des Quartiers von Motorenlärm und Abgasen. Die neue Verkehrsführung habe sich bewährt, und mit dem Anny-Klawa- und dem Brupbacherplatz sei das Quartier um zwei Begegnungsorte reicher. Im Anschluss an Genner zeigte sich auch Pete Mijnssen vom Quartiernetz3 erfreut: «Wenn man heute auf diesem Platz steht, ist es kaum mehr vorstellbar, dass die Weststrasse bis vor Kurzem eine zweispurige Transitstrasse von Hamburg nach Palermo war». Gleichzeitig würden aber Personen mit niedrigem Einkommen durch den Umbau- und Sanierungsboom der Liegenschaften verdrängt. «Familien mit Kindern machen den städtischen Alltag lebendig», sagte Pete Mijnssen. Doch im Schulhaus Zurlinden schrumpfe zurzeit die Anzahl der Kinder so stark, dass die Unterstufe zusammengelegt werden müsse. In einem Beitrag von Tele Züri von Anfang Juli, der auch Pete Mijnssen zu Wort kommen lässt, bestätigt die Präsidentin der Schulpflege Limmattal, Myrta Studer, dass alleine in diesem Jahr die Familien von 26 Kindern aus dem Quartier weggezogen sind. Die wohlhabenderen neuen Mieter hätten meist weniger oder gar keine Kinder. Studer rechnet damit, dass diese Entwicklung anhält. 

Laut Recherchen von QN3 hätten auch Stadt und Kanton Zürich mehr dagegen tun können, hätte man diese Entwicklung im Voraus richtig eingeschätzt. Im Gegensatz zu einem Rahmengesetz des Bundes hat es der bürgerliche Kantonsrat bisher verhindert, dass die Gewinne von Eigentümern etwa infolge der Aufwertung der Westrasse abgeschöpft werden können. Dass es auch anders geht, zeigen Basel-Stadt oder Neuenburg, welche diese Methode schon anwenden. «So hat das Gemeinwesen nun viel Geld ausgegeben für bauliche Massnahmen, die Gewinne verschwinden jedoch in privaten Taschen», sagte Pete Mijnssen. 

An der Weststrasse kann man wieder wohnen, aber zu welchen Preisen?

Der Beitrag auf Tele Züri kann unter folgendem Link abgerufen werden (3. Beitrag): TeleZüri
Text & Foto: Fabian Baumann



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Neuer Bikepark



Veröffentlicht am: 26.07.2012


Der jahrelange Streit um den Bikepark Zürich-Allmend ist beigelegt: Kurz vor den Sommerferien bewilligte der Zürcher Stadtrat einen Objektkredit von knapp zwei Millionen Franken.


Eine mehrjährige Leidensgeschichte mit Rekursen, Referenden und Volksabstimmung (QN3 berichtete) kommt damit zu einem guten Ende. Der Parcours steht verschiedenen Gruppen von Bikern zur Verfügung, wird an den Rändern mit Bäumen begrünt und durch einen Aufenthaltsbereich mit Bänken und Trinkbrunnen ergänzt. Die Anlage wird voraussichtlich im Frühling 2013 in Betrieb genommen. 


Noch ist wenig vom neuen Bikepark zu sehen, doch bereits nächsten Frühling tummeln sich hier die Biker.

Text: Ivo Mijnssen; Foto: zVg
 



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Hotel Atlantis: Studenten erhalten Aufschub



Veröffentlicht am: 26.07.2012


Das Verwaltungsgericht hat entschieden, dass die Studentenwohnungen im ehemaligen Hotel Atlantis illegal sind. Obschon an anderer Stelle in Zukunft neue Studentenwohnungen entstehen, kommen diese für die Betroffenen möglicherweise zu spät.


Die Studenten, die gegenwärtig im Atlantis wohnen, müssen raus. Dies hat der Regierungsrat als Antwort auf eine Interpellation der SP Zürich im Kantonsrat am 11. April klargestellt. Dennoch lässt er ein Hintertürchen offen: Nach Ablauf des Mietvertrages Ende 2012 erhalten die Akteure ein Jahr Zeit, um eine Lösung zu erarbeiten. Auf eine sofortige Räumung wird verzichtet. 

Am 12. Januar 2012 hatte das Verwaltungsgericht Zürich entschieden, die Zwischennutzung des früheren Luxushotel «Atlantis» in Zürich als Studentenwohnheim nicht zu bewilligen. Laut Gericht sind die Studentenwohnungen ein Verstoss gegen das Gesetz «Lex Koller», das den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland regelt. Eigentümerin des Gebäudes ist die Neue Hotel Atlantis AG mit Sitz in der Schweiz. Sie ist allerdings eine Tochtergesellschaft der Luxembourg Rosebud Holding und gehört somit einer ausländischen Firma an. Diese darf zwar ein Hotel führen, eine Nutzung als Studentenwohnheim ist jedoch ausgeschlossen. Die Neue Hotel Atlantis AG wird den Entscheid nicht weiterziehen.

Werner Hofmann, der mit der Neuen Hotel Atlantis AG noch bis Ende 2012 einen Mietvertrag für das Atlantis abgeschlossen hat und die Studentenwohnungen betreibt, hat bereits ein neues Projekt. Die kantonale Baudirektion hat ihr 6000 Quadratmeter grosses Areal an der Üetlibergstrasse 111 zur Verfügung gestellt, um den Studierenden auch in Zukunft zahlbaren Wohnraum anzubieten. Hofmanns Tescon AG und die Stiftung Abendrot setzten sich gegen zwei weitere Unternehmen in einem Investorenwettbewerb durch. Es entstehen 180 Wohneinheiten. Der Abbruch der bestehenden Gebäude soll im ersten Halbjahr 2013 abgeschlossen werden. Das Gebäude wird gemäss Bauplan bis 2015 fertiggestellt. Ob die neuen Räumlichkeiten für die Studenten im Atlantis früh genug zur Verfügung stehen, bleibt gegenwärtig unklar. Sie müssen sich möglicherweise nach einer neuen Bleibe umsehen.


Die billigen Studentenwohnungen im Hotel Atlantis stehen nur noch bis Ende Jahr.

Text & Foto: Hannes Weber



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Idaplatzfest



Veröffentlicht am: 26.07.2012


Wie jedes Jahr findet das traditionelle Idaplatzfest auch heuer wieder statt. Am 18. August geht es um 14 Uhr los mit dem Kinderprogramm, gefolgt vom «Transporttheater Rotkäppchen», einer offenen Bühne und einem Fotowettbewerb. In den Abendstunden spielen die beiden Bands «Roger and the Wild Horses» und «Nadja Zela» auf. Nachtschwärmer können schliesslich bis um zwei Uhr früh zu den Rhythmen von «DJ q-no aka Kuno» tanzen, und während des ganzen Programms sorgen Stände für das leibliche Wohl der Quartierbewohner und Quartierbewohnerinnen.

Mehr Infos auf: http://idaplatzfest.ch/

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